6.9. – 8.9. Fukuoka
Tuesday, September 8th, 2026Der Taifun und damit die Ausläufer des Regens werden nicht besser. Da bleibt nur die Flucht nach Westen, genauer nach Fukuoka. Das ist nun aber ein Stück, so dass wir dann doch mal Shinkansen gefahren sind und nicht mit den Regionalbahnen durchs Land tuckeln.

Und weil es so schnell geht, bleibt dann auch am Nachmittag bis Abend noch etwas Zeit, um mehr oder minder ungerichtet durch die Stadt zu laufen. Da trifft man dann bspw. wieder auf Tempel.



In manchen Tempeln sind dann auch noch der zugehörige Priester (?) und seine Frau (?) zugegen, die kurz vor Schließung auch nicht mehr so viel zu tun haben und sich so den letzten Besuchern widmen. Da kann man dann gratis auch Mal ein Räucherstäbchen abbrennen, bekommt gezeigt, von wo man Photos machen sollte und das obligatorische Goshin wird mit mehr Hingabe gemalt (eine Art “ich war hier”-Notiz in Kalligraphie durch die jeweiligen Priester/Mönche/andere Angestellte). Das geht so weit, dass sogar Hilfe für den soeben erlittenen Mückenstich angeboten wird. Weil dadurch die Zeit schneller vorbei geht, hat der Tempelkomplex dann schon zu. Aber durch die gewonnenen Insiderkontakte gibt es dann Zugang zum Hinterausgang.



Tags drauf ging es dann in die Berge hinter Yamaguchi. Eigentlich war ja Regen angesagt. Da bietet sich eine Tropfsteinhöhle als Ziel an – da ist ohnehin schon nass drin. Die dann ins Auge genommene Akiyoshido Höhle ist dann sehr gut ausgebaut. Nicht nur durch entsprechende Wege und Beleuchtung, sondern auch durch mehrsprachige Infopunkte, weil man auch auf Knopfdruck erklären lassen kann man, was man da so sieht. Dadurch dass aber in Hörweite immer jemand drückt, ist die Erfahrung insgesamt nicht sonderlich ruhig. Die Höhle hat mehrere Eingänge. Der erste liegt schön im Wald und ist sehr piktoresk. Auf dem Weg zum gegenüber gelegenen ist ein langer Tunnel mit Bildern zur Erd- und Menschheitsgeschichte.









In der Mitte der Höhle gibt es dann einen Aufzug aufs Plateau, das passenderweise dann Aiyoshidai heißt und einen Geopark sein eigen nennt. Dort gibt es dann einen kleinen Rundweg, der auch etwas zur Geologie und Geschichte des Plateaus erzählt. An dieser Stelle sei an den angekündigten Regen erinnert. Der kann bislang noch nicht, schien sich aber am Horizont anzukündigen und so wurde der Spaziergang zu Gunsten der Höhle etwas abgekürzt (da ist eh schon nass). Am anderen Ende selbiger entpuppen sich die dunklen Wolken dann aber als leere Drohung, so dass der Tag im Sonnenschein mit einem Eis abgeschlossen werden kann.




Nächstes Ausflugsziel ist dann Beppu und seine “Höllen”. Das sind verschiedene heiße Quellen, die, je nachdem wo sie an die Oberfläche treten und was vorher zu war, ganz unterschiedlich aussehen. Derer gibt es offiziell sieben, wobei manche mehrere Quellen zusammenfassen, die teilweise auch recht unterschiedlich sind. Natürlich werden alle Höllen abgelaufen – auch die etwas weiter außerhalb der Stadt gelegenen.






Bei Nummer drei gab es dann auch was zu essen. Im Quellwasser gekochte Eier. Schmecken dann aber auch nicht anders als sonst und im Gegensatz zu den Schwefeleiern vor Jahren, gibt es auch keinen optischen Unterschied.





Nummer vier ist leicht komisch. Neben der Quelle (alles ganz normal) gibt es eine Krokodilfarm. Alles recht kleine Gehege mit wenig motivierten und teilweise auch angeschlagenen Krokodilen drin. Angeblich kommt über die Quelle notwendige Temperatur für die Tiere. Außer der Temperatur haben die aber eher wenig von dem, war sie so brauchen…



Nummer fünf liegt in einem Garten. Eigentlich ganz nett, bis man dann zum anschließenden Aquarium kommt. Das erinnert an die Krokodilfarm. Manche der größeren Fische können auch mit Müh und Not noch in ihrem Becken drehen. Abwechslung gibt es aber nur auf der anderen Seite der Scheibe in Form wechselnder Besucher von Touristen.


Die letzten beiden Höllen liegen dann leicht außerhalb der Stadt. Da kann man versuchen hin zu laufen, um dann unterwegs festzustellen, dass die Entfernungen der Karte nur bedingt zur eigenen Laufleistung passt. Dann ist es günstig mehr oder minder entlang der Buslinie zu laufen, so dass man dann noch etwas abkürzen kann.


Die letzte Hölle weicht etwas von Prinzip ab. Hier kommt nicht durchgehend Wasser, sondern nur immer mal. Dafür mit etwas mehr Druck. Angeblich bis zu 30m noch. Sagt das Schild. Und weil das dann ungünstig wäre mit der Straße, die direkt hinter dem Haus zur rechten verläuft, hat man dem ganzen ein Dach gegeben. Auch das sagt das Schild.
Weil man da nun warten muss zum gucken, hat man hier auch extra eine Sitzecke eingerichtet, damit die armen Touris nicht stehen müssen. Photo unten kurz nach einem Ausbruch und deswegen komplett leer. Und weil das ganze wenig später zu macht.



Die ganze Stadt ist gefühlt eine einzige heiße Quelle. An diversen Stellen gibt es kostenlose Fußbäder aus irgendwelchen Quellen und mancherorts dampft selbst die Straße von der Wärme.


Zum Tagesabschluss muss man hier natürlich auch in eine Quelle rein. Das Onsen der Wahl wurde durch Mitreisende anhand einer versprochener Belohnung beim Besuch auch des zugehörigen Partneronsens ausgewählt. Da waren wir dann aber ob vorgerückter Zeit und etwas über 2h Heimweg dann doch nicht mehr. Photos fehlen hier aus verschiedenen Gründen, aber der Blick vom Beckenrand hinunter in die Stadt war durchaus ein netter Pluspunkt.
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