Aleppo – 26. bis 28.08.2007

Sunday, September 9th, 2007

Oh, welch unertraeglich Spannung, ihr wollt bestimmt schon seit Tagen wissen, wie es weiterging, nicht wahr?
Nach kurzer demokratischer Abstimmung beschlossen wir es auf alle Faelle einmal zu versuchen. Also ging es in halsbrecherischem Tempo ueber Stock und Stein, Schlagloecher und Speed-Bumps den Feldweg entlang zum Schlagbaum. Dabei wurden wir vosichtshalber telephonisch angekuendigt, damit die Grenzbeamten auf uns warten. Die tuerkische Grenze problemlos passiert, wanderten wir die 300 Meter durch idyllische Landschaften und wurden sogleich von einer Mannschaft junger, syrischer Soldaten in Feierabendlaune begruesst.

Na dann erst mal rein in die gute Stube und mit den Beamten vor den Fernseher gesetzt, um die neusten Fussballergebnisse zu erfahren. Bei einem Erfrischungsgetraenk wurden Nettigkeiten ausgetauscht, waehrend unsere Paesse im Nebenzimmer verschwanden. Nach den Formalitaeten liessen sie es sich nicht nehmen uns auch gleich ein Taxi zu ordern, das uns guenstig zum Busbahnhof bringen sollte. Aber ohne ein syrisches Pfund in der Tasche half uns auch das preiswerteste Taxi nichts und so wurde mal eben unter den 7 Kollegen in der Stube gesammelt und unsere restlichen tuerkischen Lira gewechselt. Zu erwaehnen sei noch das grenzposteneigene Volleyfeld inklusive Netz und verstauben Linien direkt gegenueber der Passkontrolle – fuer die sportliche Ertuechtigung zwischendurch.

Auf der Weiterfahrt ueberquerten wir den riesigen Euphrat und erreichten unser Ziel Aleppo am fruehen Abend. Im Nachhinein betrachtet konnte Aleppo Damaskus zwar nicht das Wasser reichen – zumindest unserer Meinung nach – aber dennoch erlebten wir einige interessante Dinge: die alte Zitadelle, von der aus man einen wunderschoenen Blick ueber die Stadt hat; der Gemuesehaendler, der unseren Einkauf von 3 sorgfaeltig ausgewaehlten Gurken nur muede belaechelte und auf sein Mindestgewicht von 1kg auffuellte; der weitlaeufige, verwinkelte Souk, auf dem Irmi fuer ca. 1Euro 5 riesige Zimtstangen erstand, die sie von da an rund um die Uhr bewachte; aber auch das staendige Gefuehl im Zoo zu sein- leider auf der falschen Seite.

Und eines (weniger aktiven) Tages war es dann soweit: Die Maedels machten sich nachmittags nach ausreichend Schlaf, etwas Ueberwindung und ausfuehrlichen Recherchen und Diskussionen zum geeigneten Outfit (Unterwaesche oder Bikini?) auf den Weg ins Hamam. Planlos und etwas verloren, wie sie waren, nahm sich gluecklicherweise ein 6-jaehriges Maedchen ihrer an und begleitete sie durch das komplette Programm.

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