9.9. – 11.9. Hiroshima

Friday, September 11th, 2026

Wenn man schon am westlichen Ende der Reiseplanung angekommen ist, muss es unweigerlich wieder nach Osten gehen und so führte uns der Weg nach Hiroshima. Shinkansen sei Dank auch so schnell, dass der Nachmittag noch zu einem Spaziergang durch den Friedenspark genutzt werden konnte. Hilfreich ist dabei sicher auch, das die Ferienwohnung keine 5min zu Fuß entfernt liegt.

Die allgemeine Anziehungskraft von Touristeninformation frühere dann auch dazu, dass wir des Abends in einer traditionell japanischen Theatervorstellung gelandet sind. Geschichte war etwas tragisch, weil die Frau, die den Tod ihres Vaters rächen wollte, trotz Umweg als Dämon am Ende von dem imperialen Gesandten gestellt und getötet wird. Man beachte, dass trotz weiblicher Rollen die einzigen Frauen auf der Bühne als Musikanten aktiv waren. Die Schauspieler schienen ausschließlich männlichen Geschlechts zu sein.

Neben Kultur und Geschichte gibt es in Hiroshima dann auch noch Religiöses. Ok, Tempel und Schreine stehen in Japan quasi an jeder Ecke, aber auf einer vorgelagerten Insel findet sich dann doch noch was besonderes. Also neben dem größten Reislöffel der Welt (siehe letztes Photo).

Hier hat man nämlich ein ziemlich großes Tori (die roten Tore) ins Meer gebaut. Zwar gibt es dahinter an Land auch noch einen Schrein dazu, aber der dient hier eher als Aussichtsplattform denn als eigenständige Attraktion. Weil das Meer hier aber auch Ebbe und Flut hat, steht das Tori nur die Hälfte der Zeit im Wasser…

… und die andere Hälfte im Schlamm. Und wie das dann nunmal so ist, wenn man da hinlaufen kann, tun das auch genug Leute. Also wir natürlich auch.

Die Insel, die eigentlich auch nicht Miyajima heißt, sondern Itsukushima, hat daneben auch noch diverse andere Tempel. Einer davon liegt noch oberhalb besagtem Tori auf dem Berg und bietet viele kleine Steinstatuen weitgehend mit Mütze. Unter einem der Tempel gibt es übrigens einen Gang in fast völliger Dunkelheit. Auf halber Höhe gibt es dann diverse Ikonen zu bestaunen. Mangels Licht tastet man sich dahin aber vorsichtig vor. Da ist es dann schon ganz gut, dass der Eingang recht versteckt liegt und ich da allein drin war – jedenfalls soweit mir bewusst.

Zurück in Hiroshima hatten wir die Reisegruppe dann kaputt gespielt. So wollte dann irgendwie Abends um zehn keiner mehr mitkommen zum Photos machen. Gut, dann laufe ich halt alleine noch vier Stunden durch die Nacht, um die Sucht zu befriedigen. Ganz allein beim Arbeiten war ich dann auch nicht. Zwischen den Schienen der Straßenbahn wurde gegen Mitternacht auch noch Rasen gemäht.

Neuer Tag, neue Tour. Also in Teilen nochmal das gleiche wie in der vergangenen Nacht, nur halt jetzt mit Licht dabei. Nachdem ein Teil der Reisegruppe ein gewisses Faible für Stempel entwickelt hat und die lokale Tourismusbehörde das durch eine Stempelrally auszunutzen weiß, laufen wir so den die verschiedenen Stationen rund um den Atombombenabwurf ab. Das meiste dazu liegt im Friedenspark, ein Teil für aber weiter bspw. in ein Krankenhaus, das in den Tagen und Wochen danach die Versorgung der Opfer unterstützt hat. Nachdem da an viele Schicksals mit Namen und teils drastischen Photos erinnert wurde, war da nix mit photographieren.

Der weitere Weg führt auch dann noch in einen Garten. Kurz nach dem Eingang haben wir dort einen älteren Herren getroffen, der Führungen durch den Garten anbot und des Englischen Dank seiner Vergangenheit mit diversen Dienstreisen als Mazda-Techniker auch sehr gut mächtig war. Und so hat er dann viel erzählt über diesen Garten im Speziellen und solche Gärten im Allgemeinen. Die Inseln waren zum Beispiel wahlweise Schildkröten oder Kranichen nachempfunden. Oder das es sich hier konkret um Brackwasser handelt, so dass Süßwasser und Salzwasser-Fische nebeneinander existieren können. Die Fische sind hier wieder etwas speziell. Wer im letzten Bild genau sucht, würde einen Fisch auch außerhalb des Wassers finden. Die sprangen da immer mal raus. Bilder davon waren aber mangels Ankündigung eher schwer zu machen. Von daher kann ich nur mit einem solchen Suchbild dienen.

Abschluss des Tages bildete dann noch das Friedensmuseum. Das hatten wir am ersten Tag zu spät angesteuert. Diesmal war es zwar vorher noch rechtzeitig, aber schon der Einlass war etwas knapp. Ab einer gewissen Uhrzeit, kommt man nur noch per Onlineticket rein. So standen dann vor dem Eingang ein paar Mitarbeiter, die auf diesem Umstand hingewiesen haben und etwas Anleitung zum Erwerb geben. Aber auch mit Onlinetickets gibt es eine finale Uhrzeit zum Einlass, die wir dann auch sehr genau eingehalten haben. In der Folge dieses resoluten Zeitmanagements, wurde uns dann auch einige Räume vor Ende der Ausstellung deutlich nahegelegt, das Gebäude nun zu verlassen.

Der Tag und damit auch die Zeit hier sollte dann ganz traditionell abgeschlossen werden. Also nicht traditionell japanisch, einen eher deutsch oder was man hier so dafür hält: Es ging auf das lokale Oktoberfest, das just an diesem Tage eröffnet wurde. Neben einer erneuten Stempelrally zur Motivation der Jugend, wurde hier das Angebot aus München nachgeahmt mit Pommes mit Käse oder Knoblauch aber ohne Ketchup oder Mayo, Currywurst aber ohne Bretzeln usw. Satt wurde man trotzdem und so gibt es ein weiteres Oktoberfest auf meiner Liste ohne jemals passend in München gewesen zu sein.

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