26.3. – 29.3. Cape Town

Sunday, March 29th, 2026

Die Reise neigt sich langsam dem Ende und so kommt auch Kapstadt näher als finales Ziel. Aber vorher, weil das hier so südlich ist, also quasi schon Antarktis, kann man ja nochmal Pinguine gucken. Die liegen so halbwegs auf dem Weg (laut Schildern in Teilen auch wörtlich). Interessant ist auch, dass die die Höhlen brüten im Gegensatz zur südlichen Verwandtschaft. Höhlen bauen ist im Sand nun aber schwerer, wenn es stabil sein soll. Laut Beschilderung muss man aber nur lang genug den Sand als Pingiunstreu missbrauchen, dann wird der auch hart und kann unterhöhlt werden. Alternativ kann man aber auch die vorgefertigte Betonfassung beziehen, auch wenn das dann eher den Charme einer Sozialwohnung verbreitet.

Von Kapstadt aus gehört dann das Kap der Hoffnung zu den Hauptzielen. Das alleine hat scheint aber nicht auszureichen, um die Touristen anzuziehen. Da muss es jetzt auch der “südwestlichste Zipfel” Afrikas sein. Ich fände es durchaus spannend zu erfahren, was es dazu macht. Es geht auch in der Nähe südlicher und westlicher. Aber gut, es gibt ein Schild, ergo macht man davon Photos. Hübsch ist die Halbinsel allemal, insb. auch mit dem nahegelegenen Leuchtturm (diesmal ohne, dass man rein darf) und dem knapp davor liegenden Cape Point. Da kam man aber nicht ganz hin, sondern nur bis zu einer Plattform ein paar hundert Meter vorher. Aber selbst das liegt schon hinreichend mit Fußweg, dass die Touristenmenge deutlich abnimmt.

Wir hatten zwar schon einmal Pinguine, aber warum einmal gucken, wenn man mit einem minimalen Umweg (und dank Sammeleintrittskarte kostenlos) auch zweimal gucken kann? In Boulder’s Beach gibt es noch eine Kolonie. Diesmal war auch deutlich mehr los und die Besuchertribüne geht mitten zwischen die Pinguine.

Auf dem Rückweg nach Kapstadt gibt es kleines Stück Straße namens Chapman’s Peak Drive. Optisch auch sehr nett, gerade wenn abends die Sonne alles in leichtes Rot taucht und man in die Bucht schauen kann. Unten in der Bucht war es aber schneller dunkler. Stellt sich raus, dass man von der Straße aus noch leicht über die Wolken draußen auf dem Meer schauen konnte, während aus der Bucht unten die Sonne hinter selbigen verborgen blieb.

Weiter bei den Pflichtveranstaltungen: Der Tafelberg gehört da sicher auch dazu. Das dachten sich dann auch die anderen Touristen so. Als wir uns auf den Weg machten, stand da noch etwas von 25min Wartezeit an der Seilbahn. Bis wir dann unser Ticket hatten, war das schon laut Webseite auf 45min gewachsen. Realistisch war es dann eher irgendwas zwischen 1-1.5h bis wir endlich an der Reihe waren. Aber für den 2.5fachen Preis dekadent vorne an der Schlange vorbei – dafür bin ich dann doch zu geizig. Man hätte ja auch hochwandern können. Da hätte es gar keine Wartezeiten gegeben. Oben angekommen dann gleiches Phänomen wie auch sonst: Je weiter man sich von der Seilbahn entfernt, desto weniger Menschen sind noch übrig. Die Wege sind nichtsdestotrotz zumeist aber ausgebaut. Ok, wenn man von dem Rückweg absieht, der in Teilen direkt an der Felskante entlang führte. Für die Photos musste man da meist nicht weit gehen.

Um den Tag zu beschließen, sind wir dann noch in den Hafen. Wenn sich noch jemand an die Bären erinnert, die von Berlin aus ihren Weg durch Europa und darüber hinaus fanden, … hier gibt es das in klein und leicht angepasst mit Nashörnern. Die hätte man dann auch kaufen können. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob die durch das Handgepäck gegangen wären. Ansonsten gab es da dann noch eine Gruppe Stadtrobben – man hätte also gar nicht so umständlich wandern müssen wie vor einigen Tagen, um welche zu sehen.

Um dann die Liste lokaler Attraktionen voll zu machen, waren wir noch im Castle of Good Hope in Kapstadt und Groot Constantina, einem Weingut. Das Castle ist ein altes Fort, das heutzutage ein paar kleine Museen beherbergt. Gerade das Militärmuseum hat aber mit doch recht ausführlichen Beschreibungstexten geglänzt, was die Sache durchaus anstrengend gemacht hat. Bemerkenswert war aber noch, dass scheinbar im Rahmen des gerade stattfindenden Jazzfestivals auch im Castle selbst ein Konzert stattfindet. Daher die Jameson Werbung in einem Teil der Bilder.
Groot Constantina schien dann auch eher der Treffpunkt der Oberschicht zu sein. die sich zum Wochenende dort zu einem Gläschen trifft. Mit einer Vergangenheit im Neckartal hielt sich der Neuigkeitswert der Weinberge dann doch in Grenzen. Dafür kamen wir dann doch nochmal dazu Straußenfilet zu essen – das hatten wir vorher in Oudtshoorn verpasst. Schmecht auch nicht anders als sonst. Dem Koch zu sagen, dass ich mein Fleisch lieber gut durch haben will, hab ich mich dann doch nicht getraut …

Als letztes Ziel vor dem Abflug nach Deutschland haben wir den Sonntag noch im Kirstenbosch National Botanical Garden verbracht. Riesiges Gelände. Ich schätze zur passenden Jahreszeit blüht hier noch einiges mehr. Nichtsdestotrotz gab es auch so noch genug zu schauen. Beispielsweise auch die bronzenen Dinosaurier, die sich im chronologisch passend im Palmfarngarten befanden.

Zuletzt noch ein Kommentar zur Abreise. Der Flughafen ist schon interessant gestaltet. Die einzige Tankstelle liegt eher an der Flughafenausfahrt als an der -einfahrt. Nachdem man den Mietwagen aber mit vollem Tank zurückgeben muss, heißt das, einmal durch den ganzen Ankunft/Abflugbereich fahren, tanken und dann wieder zurück, um das Auto abzugeben. Wenn man bei dem Zurück aber den richtigen Abzweig verpasst, muss man wieder gen Stadt fahren. Für 7km. Da ergibt sich dann am Rand eines Townships die erste Möglichkeit zu wenden, sagt das Navi. Bei der Ausreise im Flughafen selbst macht sich dann scheinbar der Sonntag bemerkbar. M stellt sich brav in der Schlange an in einem bestenfalls mäßig gelüfteten Gang. Immerhin wurde versucht mit großen Ventilatoren etwas Bewegung in die Luft zu bringen, wenn die Menschenschlange sich schon nicht bewegt. Bald eine Stunde später stellte sich auch heraus, warum es solange dauert: Von dem Dutzend Schalter waren nur vier offen und diese schienen ihren Job auch noch ernst zu nehmen. So viel dann also zur Erholungszeit direkt vor Abflug. War aber vielleicht auch deswegen besser, weil der ganze Flughafen ohne Wasser war. So dass auch im Sanitärbereich jemand dazu abgestellt war alle paar Besucher mit einem herbeigeschafften Eimer Wasser für etwas Abfluss zu sorgen. Es funktioniert eben nicht immer alles.
Zum Abschluss noch ein Bild von der Terrasse unseres Gästehauses in Kap Stadt (bzw. wenn man es genau nimmt, Camps Bay, auf der anderen Seite des Tafelbergs) und die Route, die wir durch Südafrika genommen hatten.

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